Zusammenfassung
Bitteres Ende nach großem Kampf
Der erste Herrenmannschaft des Schmalkalder VV stand am vergangenen Freitag ein besonderer Nachholspieltag bevor. Aufgrund schwieriger Witterungsverhältnisse war die Partie in Nordhausen um zwei Wochen verlegt worden und ausgerechnet ein Freitag als Spieltermin stellte das Team vor zusätzliche organisatorische Herausforderungen. Studientermine und Schichtdienste mussten koordiniert werden, am Ende reiste der SVV mit einem äußerst schmalen Kader von nur sieben Spielern in den Norden Thüringens.
Ganz anders war die Ausgangslage bei den Gastgebern. Nordhausen konnte personell aus dem Vollen schöpfen und wurde zudem von über 100 Zuschauern lautstark unterstützt. Nach der zweistündigen Anreise war die Kulisse für die Schmalkalder eine weitere Hürde. Davon ließ sich der SVV jedoch zunächst nicht beeindrucken. Die Gäste fanden gut in die Partie und setzten früh ein Ausrufezeichen. Eine beeindruckende 7-Punkte-Aufschlagserie von Philip Köhler brachte Schmalkalden mit 15:6 in Führung. Auch die Blockarbeit der Vorderspieler funktionierte bis dahin nahezu fehlerfrei. Doch Nordhausen gab sich nicht geschlagen, erhöhte zunehmend das Risiko und arbeitete sich Punkt für Punkt heran. Mit etwas Glück und der nötigen Ruhe brachten die Schmalkalder den ersten Satz schließlich mit 25:22 über die Ziellinie.
Im zweiten Durchgang kehrte sich das Bild jedoch um. Früh geriet der SVV mit 4:8 ins Hintertreffen, später stand sogar ein 12:20 auf der Anzeigetafel. Vor allem in der Feldabwehr, ohne echten Libero, offenbarte Schmalkalden Schwächen gegen die druckvollen Angriffe der Gastgeber. Zwar kämpften sich die Gäste noch einmal heran, haderten jedoch in entscheidenden Momenten mit den Entscheidungen des Schiedsgerichts. Satz zwei ging knapp mit 23:25 an Nordhausen.
Der dritte Satz entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Schmalkalden konnte sich immer wieder einen Vorsprung von bis zu drei Punkten erspielen und verwaltete diesen konzentriert bis zum 25:23-Satzgewinn. Doch die Antwort der Gastgeber folgte prompt. Vier direkte Annahmefehler der Schmalkalder im vierten Satz brachten Nordhausen zurück ins Spiel, das sich den Durchgang mit 25:22 sicherte.
Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen. Dort erwischte der SVV den besseren Start und ging nach druckvollen Aufschlägen mit 4:1 in Führung. Anschließend verzettelten sich die Gäste jedoch zu oft mit Kombinationen am Netz, Nordhausen glich zum 5:5 aus und wechselte beim Stand von 6:8 die Seiten. Die Spannung in der Halle war nun greifbar, niemand hielt es mehr auf den Sitzen. Schmalkalden kämpfte sich beim 12:12 zurück und hatte beim 14:13 den ersten Matchball. Ein Fehlaufschlag verhinderte die Entscheidung, und dieses Muster sollte sich wiederholen. Insgesamt drei Matchbälle vergaben die SVV-ler durch Aufschlagfehler. Nordhausen nutzte seine Chance, kam zu einem glücklichen Breakball und entschied den Tiebreak schließlich mit 18:16 für sich.
Nach 118 intensiven Spielminuten stand für den Schmalkalder VV eine bittere Niederlage zu Buche, trotz großer Moral, kämpferischer Leistung und eines beeindruckenden Auftritts mit Minimalbesetzung. Ein Spiel, das zeigte, wie schmal der Grat zwischen Sieg und Niederlage sein kann.
Aufstellung Schmalkalder VV: Martin Dimitrov, Chris Hartung, Marius Hochmuth, Philip Köhler, Valentin Peter, Niclas Rothamel, Yorick Weisheit
